Drupal

Drupal ist ein Content-Management-System (CMS) und Framework, das in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen weltweit zum Einsatz kommt. Ursprünglich konzipierte es der belgische Informatiker Dr. Dries Buytaert.

Drupal ist freie Software und steht unter der GNU General Public License. Es ist in PHP geschrieben und verwendet MySQL oder PostgreSQL als Datenbank (Oracle und SQLite für Drupal 7 in Entwicklung).

Merkmale:
Mit Drupal lassen sich, wie mit anderen Content-Management-Systemen (CMS) auch, Inhalte ins Internet stellen und bearbeiten. Drupal unterscheidet sich von anderen CMS vor allem durch die Umsetzung von Ansätzen einer Social Software und unterstützt damit den Aufbau von Communities, die gemeinsam an Inhalten arbeiten und sich über Themen austauschen und informieren wollen. So können Nutzer beispielsweise eigene Weblogs anlegen, sich in Foren austauschen oder Artikel veröffentlichen. Es wird ein differenziertes Rollen- und Rechtesystem unterstützt.

Drupal steht seit 2001 als Open Source zur Verfügung. Inzwischen wird Drupal für viele hunderttausende Websites der unterschiedlichsten Art auf der ganzen Welt eingesetzt, so zum Beispiel für die Leser-Kommentare auf der Website der Wochenzeitung Die Zeit.

Neben anderen bekannten CMS wie z. B. Mambo, Joomla! und TYPO3 hat es mit seinem spezifischen Ansatz einen Platz unter den „großen“ PHP-basierten Open-Source-CMS etablieren können. Drupal hat eine starke Online-Community, die ihre Mitglieder aktiv unterstützt. Außerdem gibt es auch im deutschsprachigen Raum Unternehmen, die kommerziellen Support anbieten und Entwicklung professionell betreiben.

Drupal hat den englischen Packt Publishing Open Source Content Management System Award in der Kategorie „Overall Winner“ in den Jahren 2007 und 2008 gewonnen.

Aufbau:
Drupal besteht aus einem Core (dt. Kern), der die Grundfunktionalität liefert, und Modulen, die zusätzliche Funktionen bieten und dem System bei Bedarf hinzugefügt werden können. Es gibt bereits über 4.000 Module (Stand 2009) für Drupal, die praktisch alle gängigen Funktionen einer Webseite bieten.

Durch den modularen Aufbau von Drupal sind vielseitige Verwendungsmöglichkeiten vorhanden. Die Liste reicht von „Ein-Personen-Websites“ wie beispielsweise persönlichen Weblogs bis hin zu Online-Communitys mit tausenden Mitgliedern.

Im Folgenden sind die typischen Anwendungsgebiete für das CMS Drupal beschrieben:

Weblog
Eine einzelne Person kann als alleiniger Benutzer des CMS ein Weblog aufbauen. Es ist aber ebenso möglich, dass sich mehrere Nutzer eine Website „teilen“ und jeder sein eigenes Weblog hat.

Online-Community
Online-Communitys sind Websites, bei denen sehr viele Benutzer, jeder mit einem eigenen Benutzerkonto für die Gestaltung und den Inhalt der Website zuständig sind. Dabei können Artikel erstellt oder in einem Forum diskutiert werden. Ein Administrator und Moderatoren sind für die Überwachung und den reibungslosen Ablauf zuständig.

Gemeinschaftsproduktionen
Um bspw. andere Open-Source-Projekte zu entwickeln kann Drupal genutzt werden, um die Zusammenarbeit und die Versionierung des Projektes zu überwachen, Aufgaben zuzuteilen und Dokumentationen zu erarbeiten.

Bücher
Das Verlinken von Seiten in einer linearen Struktur ist in Hypertexten bzw. CMS oft problematisch. Hier bietet der Inhaltstyp „Book“ bei Drupal eine einfache Möglichkeit, (gemeinsam) zusammenhängende Seiten eines Buchs zu schreiben und zu verwalten – ohne die Übersicht zu verlieren.

Ausgewählte Eigenschaften

  • Strikte Trennung von Layout/Design und funktionalem Quelltext
  • Ausgefeiltes Taxonomiesystem zur hierarchischen Kategorisierung von Inhalten
  • Mit Inhaltstypen lassen sich verschiedenartige Seiten aufbauen, die unterschiedliche Berechtigungen haben können
  • Rollen-basiertes Rechtesystem
  • Versionierung der Inhalte
  • Baumartige (engl. threaded) Kommentierungsmöglichkeiten
  • Permalinks – Jede Seite ist über eine feste (sich nicht verändernde) URL erreichbar
  • Clean URLs – Drupal kann menschen- und maschinenlesbare URLs (z. B. für Suchmaschinen) erzeugen
  • Eingebaute Volltext-Suchfunktion
  • Drupal kann unterschiedliche Datenbanksysteme nutzen (empfohlen wird allerdings MySQL ab Version 4.1)
  • Eingebaute Caching-Mechanismen sorgen für gute Leistung
  • Zahlreiche Themes ermöglichen weitgehende Anpassung des Layouts
  • Spracheinstellungen (auch mehrsprachige Sites) mit Hilfe von Lokalisierungsdaten
  • Anbindung an LDAP Server/-Authentifizierung und OpenID
  • Multisite-Fähigkeit: Aufbau isolierter Websites auf einer Installation
     

Name und Logo
Der Name „Drupal“ ist die englisch-amerikanische Aussprache des niederländischen Wortes „Druppel“, was im Deutschen Tropfen bedeutet (Plattdeutsch:"Dropp" oder "Droppen"). Drupal ist eine eingetragene Marke von Dries Buytaert.

Das offizielle Logo ist das sogenannte Druplicon. Es entstand nach der Idee, einen Wassertropfen als Logo zu nutzen. Dieser sollte jedoch comichaft wirken und eindeutig wieder zu erkennen sein. Daher stellen zwei ineinander verschmolzene Tropfen, die wie ein Unendlichkeitszeichen aussehen, die Augen im Gesicht des Wassertropfens dar. Damit sollen die schier unendlichen Einsatzmöglichkeiten von Drupal symbolisiert werden.

Auszug aus dem Wiki Drupal